Schwierige Frage…!


Welche Handpan Skala ist „die richtige“?

Es ist ein scheinbar einfaches Instrument, aber, anders als bei anderen Instrumenten, kann man sich hier für eine Skala (Tonleiter) entscheiden, wenn man eines erwerben möchte. Man wählt also ein bestimmtes Set an Tönen und sagt: die sind genau meine, die sprechen mich an, das resoniert mit mir persönlich. Jede Skala bietet entsprechend verschiedene Kombinationsmöglichkeiten (Intervalle und Akkorde). Über die Handpan kann man so übrigens auch ganz spielerisch in die komplexen Strukturen der Musiktheorie eintauchen und auch die Wirkungen der Klänge erforschen.

Es gibt dazu aber keine klare Antwort für wen nun welche Stimmung geeignet ist und welche Skala die „richtige“ für eine Person ist. Das liegt daran, das wir mit diesen UFO-förmigen Instrumenten wohl quasi unserer Zeit vorraus sind, denn wer weiss: Vielleicht entdeckt die Forschung ja schon bald welche Töne etwa welche Organe ansprechen können, oder welche Skalen zu welchen Uhrzeiten besonders heilsam sind, oder welche Typen oder Sternzeichen mit welchen Tönen numerologisch zusammenhängen… Aber Moment! Das gibt es ja alles bereits in der langen musikalischen Menschheitsgeschichte :)! Tatsächlich gibt es dazu sogar sehr vieles, nur ist es unüberschaubar und nicht strukturell mit modernen Studien erfasst…

  • So vieles ist nur verschüttet, etwa das Wissen von der altorientalischen Musiktherapie: In Persien etwa hatte man Erfahrung damit, welche Rhythmen und welche Skalen zu welchen Uhrzeiten – quasi mit Repzept- vom Arzt verschrieben werden.
  • Aber nicht nur von der arabischen Musik, auch von den indischen Ragas könnte man so vieles lernen (hier werden Gefühle geradezu heraufbeschworen, ein Menschenleben reicht wohl kaum um es in der Tiefe zu studieren).
  • Die chinesische Musiktheorie ist ein unglaubliche komplexes System von Bedeutungen -siehe z.B. Bild anbei- übrigens auch auf der gesellschaftlichen und politischen Ebene. Wer das Musizieren betreibt, verfeinert demnach -btw- auch den Sinn für Ethik (vgl. Alain Danielou „Music and the Power of Sound- The influence of Tuning and Interval on Consciousness“).
  • In Europa und überall auf der Welt gibt es auch Menschen, die z.B. „Seelentöne“ oder „Eigentöne“ bestimmen – über den Grundton der Sprechstimme etwa, oder auch über Numerologie oder Astrologie und Sternzeichen.
  • Im Mittelalter wurden angeblich die folgenden vier Kirchen-Modi mit den vier Temperamenten assoziiert: dorisch mit phlegmatisch, phrygisch mit cholerisch, lydisch mit sanguinisch, mixolydisch mit melancholisch.
  • Dur gilt als happy, Moll als Sad- aber ist das wirklich so? Es ist doch ganz leicht mit einer Moll Tonart fröhlich und mit Dur traurig zu spielen, das werden sicher die Meisten bestätigen.
  • Vielleicht ist es aber auch so , dass es die Quinten und die Obertöne ausmachen, ob ein Instrument mit einem resoniert, also die feinsten Schwingungen- und nicht so sehr die Skala. Der Charakter eines Instrumentes entsteht letztlich durch die Obertöne, und die werden in den hohen Lagen vom Tuner wenn man es genaunimmt „nach Gefühl“ gestimmt (denn die Obertonreihe ist bekanntlich unendlich und Perfektion in dieser Hinsicht ist quasi den Göttern vorbehalten).

Könnte man all dieses Wissen sinnvoll und kontextuell nutzbar machen, dann könnten wir heute im PAN LAB auf die Frage „Welche Skala ist die Richtige für mich?“ sagen: Naja laut deinem Geburtsdatum bist Du eine F# Seele, du sprichst in C# wenn wir dich messen, und du sagst du hast ein Nierenleiden? Dann brauchst du vermutlich eine Stimmung „F# Voyager“. Oder etwas dergleichen. Und wenn du ein Rezept hättest, würdest du eine kostenlose Bespielung bekommen, bezahlt von deiner Kranken-Versicherung, und zwar zur Abenddämmerung einen Khaliji oder einen Ayoub Rhymtus, sagen wir 25 Minuten. Aber das ist natürlich nur phantasievolles Wunschdenken und wir müssen uns -vorerst- anders behelfen!

Kurzgesagt: In der Frage „Welche Handpan Stimmung ist die richtige für mich“ gibt es so verschiedene Heransgehensweisen wie Menschen. Der sicherste Weg ist wohl das eigene Spüren.

Der beste Weg ist einen Ort aufzusuchen, wo man mehrere Handpans in verschiedenen Stimmungen direkt vergleichen kann. Ein anderer Weg ist Videos anzusehen und zu schauen was resoniert. Dabei sollte man sich aber darüber im klaren sein, dass einem normalerweise ja immer gefällt „wie“ jemand spielt bzw „was“ eine/r spielt. Es könnte aber auch sein, dass man dann sagt: wow, genau das gefällt mir so gut, so will ich auch spielen! Ja dann…

Hier eine Auswahl von ganz besonders berühmten Handpan Videos, die zu den meist-gesehensten zählen – mit Skalen, die auch auffällig oft und sehr gerne nachgefragt werden. Erhöhte Ohrwurmgefahr.

Anm: Im PAN LAB  kann man bei einer Besichtigung vorgefertigte Handpan- Skalen ausprobieren und vergleichen- oder auch eine eigene Wunschskala bestellen.

Die Töne (Frequenzen) lassen sich auch als Farben darstellen- Vielleicht auch ein Weg zur eigenen Skala?

Chinesische Musik und der Quintenzirkel – Auszug aus: Alain Danielou „Music and the Power of Sound- The Influence of Tuning and Interval on Consciousness“

Besonders gefragte Handpan Skalen

Kabecao („Scorpion Bite“)
Skala: D- Hijaz – D A C D Eb F# G A C

Adrian Portia („Minkara“)
Skala: Annaziska C# – G# A B C# D# E F# G#

Daniel Waples („Lago“)
Skala: D-Celtic : D- A C D E F G A C

Hang Massive („Once Again“)
Skala: D- Integral  – D- A Bb C D E F A (bzw: auch D- Kurd)

Sam Maher („New York Handpan 01“)
Skala: Annaziska : C#- G# A B C# D# E F# G#

Daniel Waples („Lago“)
Skala: D-Celtic : D- A C D E F G A C