Für Handpans verwenden viele Hersteller, so auch das PAN LAB Vienna, einen sogenannten nitrierten Stahl, der besondere Eigenschaften aufweist und auch eine Oxidschutzschicht aufweist. Woher kommt eigentlich das Nitrieren als Metallhärtungsverfahren? Der Mythos vom Schmied Wieland erzählt darüber das Folgende…

 

Das Schwert Mimung: Wielands Kunst der Metallurgie

Aus der Amelungen Sage: „Das Schwert, das Wieland in der Thidrekssaga herstellte, benannte er nach seinem Lehrer Mimir. Die Klinge schmiedete er dreimal neu, nach jeder Fertigstellung tauchte er sie in das Wasser eines Baches und ließ von der Strömung ein immer größeres Büschel Wollfasern dagegen treiben, um dem König dessen Schärfe zu zeigen. Nach der ersten und zweiten Neufertigung zerfeilte er das Schwert, vermischte die Späne mit Weizenmehl und gab das Gemisch Gänsen zu fressen, die drei Tage gehungert hatten. Anschließend erschmolz er aus dem Gänsekot das Eisen und schmiedete daraus ein kleineres, aber schärferes Schwert. Das Eisen hatte den im Gänsekot enthaltenen Stickstoff aufgenommen und war so härter geworden. Diesen Vorgang nennt man Nitrieren. Nach der dritten Neufertigung war das Schwert so scharf, dass es ein drei Fuß dickes Wollbüschel zerschnitt, das im Bach gegen das Schwert trieb.“

Quelle Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Wieland_der_Schmied


 

Zur Dichtung über das Schwert Wieland

Auf der Webseite der Uni Kiel findet sich folgende Information:  Wieland hält sich unerkannt am Hofe von König Neiding auf, dessen Krieger seine Familie ausgelöscht haben. Mit dem Hofschmied Amilias kommt eine Wette zustande: Amilias wird sich eine Rüstung schmieden, Wieland (unter dem Pseudonym Goldbrand) ein Schwert. Kann er damit die Rüstung nicht bezwingen, gehört sein Haupt Amilias. Zum Schmieden des Schwertes „Mimung“. Es ist eigentlich schon fertig, aber Wieland findet es nicht scharf genug:

Da ging zu seinem Saale der König wohlgemut.
Wieland in der Schmiede nahm eine Feile gut;
Damit ward zerfeilet das Schwert zu eitel Staub:
Wer es vernommen hätte, die Ohren wären ihm taub.

Geworden von der Feile Geschrill auf hartem Stahl;
Auch hätt‘ ihn wohl gedauert des guten Schwertes Qual.
Da lagen nun die Späne: die schlug der weise Schmied
Mit Mehl und Milch zusammen: der Teig ihm trefflich geriet.

Dann nahm er Mastvögel, die schon den dritten Tag
Auf Kost umsonst gelauert im engen Gitterhag,
Und warf die schwere Speise den Hungerleidern vor
Da fraßen sie gewaltig, nicht hat begieriger Thor

Noch tapferer eingehauen, als er für Freia galt
Und Thyrmur der Riese die Braut gefräßig schalt:
Man sah in kurzer Stunde den ganzen Trog geleert
Und einen anderen rückseits am Morgen doppelt beschwert.

Des letztern Inhalt brachte der Meister in die Glut:
Das Erz daraus zu schmelzen schürt‘ er das Feuer gut,
Schöpfte dann aus dem Kessel, was da von Unrat war,
Und gewann ein Eisen endlich von Schlacken lauter und klar.

Als sich das erkühlte, da schuf der Degen wert
Vor dem siebten Tage ein meisterliches Schwert:
Das war erst scharf und schneidig, das war erst fest und hart,
Wie auf Erden schwerlich, ein bess’res gesehen ward.

Aber Wieland ist es immer noch nicht scharf genug; die Prozedur wird wiederholt. Dann endlich ist Mimung fertig.


 

Wieland der Schmied – Gans scharf

„Dieses ungewöhnliche Verfahren der Stahlhärtung ist eine frühe Form der Nitrathärtung, bei der die Oberflächenschicht des Stahles durch Reaktion mit stickstoffab- gebenden Substanzen gehärtet wird. Stickstoffatome, die in den Stahl eindiffundieren, verbinden sich mit Eisen und Legierungsbestandteilen zu Nitriden und bewirken so eine erhöhte Härte der Randschicht.“ (Quelle)

 

 

Anmerkung für DIY Handpaninteressenten: 

Handpan-Hersteller sollten eine Lizenz von PANArt haben, sobald sie bestimmte Zahlenwerte bei dem Nitrier- Herstellverfahren erreichen (Das nitrierte Material von PANArt heisst dann „PANG“). PANArt fordert ggfs. von Herstellern Materialproben an, quasi wenn Verdacht besteht, testet diese genau und vereinbart dann ggfs. Lizenzzahlungen. PANArt verkauft selbst kein Rohmaterial (Pang-Schalen) und konzentriert sich auf die Entwicklung anderer Instrumente (Stand vom März 2018). Eine Übersicht der Patente und Lizenzen von PANArt findet sich hier. Eine PANArt PR-Aussendung in dem Zusammenhang hier.

Mehr konkrete Information zum Thema Nitrieren gibt es z.B. auf www.sarazhandpans.com

Handpan, Hang, and Pantam Nitriding