Acknowledgements


in recognition of history and the contemporary 

Ich möchte – und muss auch – darauf hinweisen, dass die Hangbauer von PANArt seit spätestens dem Jahr 2020 der Ansicht sind, “dass das Hang® zumindest in Deutschland urheberrechtlich geschützt ist und (wir, Anm) werden nötigenfalls auch gegen andere Anbieter von Handpans, die blosse Kopien des Hang® sind, gerichtlich vorgehen.” (Quelle) 

Daher möchte ich im Sinne eines zeitgemäßen  Acknowledgements (“Anerkennung”) folgende Punkte festhalten. Meine “Danksagung”, die hier ursprünglich zu finden war, findet sich jetzt im Kästchen rechts (Anm: Alle Namen wurden gelöscht, es waren ca 100- die Dankbarkeit bleibt!). Eine Timeline über den Rechtsstreit seit Herbst 2020 sowie einige Details und Downloads befindet sich hier im Aufbau (kein Anspruch auf Vollständigkeit).

Wichtig: Die Inspiration für die Handpan Instrumente kommt ursprünglich von der Klangskultur Hang®, die von der PANArt Hangbau AG durch die Mitarbeiter Sabina Schärer und Felix Rohner im Jahre 2000 (zum Großteil in Inspiration von der karibischen Steelpan) geschaffen worden ist.  Der “Vater der Steelpan” Ellie Mannette (verstorben 2018, RIP) hat über die Veränderung und Weiterentwicklung der Steelpan z.B. in diesem Video gesprochen (“for the future of this artform: change und change whatever you like (…) change it for the better, not for the hack of changing it”). Die PANArt Hangbau AG ihrerseits tritt nicht gerade in diese geistigen Fussstapfen von Ellie Mannette sondern ruft zur totalen Emanzipation und der Entwicklung völlig anderer Formen als der Linsenform auf, welche sie seit 2020 für sich juristisch beansprucht. Bei der Handpan entsteht Weiterentwicklung von dem her unter juristischem Druck – bzw. entsteht sie wohl eher nicht, denn kaum interessante, massentaugliche neue Formen sind bekannt geworden. Der Emanzipationszwang hat aus meiner Sicht geradezu zu einer Emanzipationsverweigerung in der “Handpanwelt” geführt. Es ist nicht absehbar, ob irgendjemand aus der Handpan Szene bereit ist, sich wieder von der so lieb gewonnenen (geradezu archetypischen) Grund-Form der Linse und dem so heiß verehrten Stimmhammer zu trennen.

(1) Urheberrechts-Fälle dieser Art können angeblich viele Jahre dauern und bereits jetzt umfasst der Fall wahrscheinlich etwa soviele Seiten wie ein mittelschwerer Polit-Korruptionsskandal. Möglicherweise gibt es auch im Laufe des Jahres 2021 Klarheit. PANArt hat u.v.a. kommuniziert, dass es Ihnen nicht um das Geld oder das Ausschalten von Konkurrenz geht – sondern um eine bestimmte Philosophie, sowie um ihr Menschenrecht des Urheberrechtes und schlicht um den Schutz ihres Kunstwerkes, das vom Kapitalismus quasi falsch und entgegen dem Sinne der UrheberInnen “interpretiert” und ausgenutzt bzw. ausverkauft wurde. Zu Gunsten von PANArt ist zu sagen, dass sie Handpan Herstellern in letzter Zeit  (soweit bekannt / in der Schweiz) immer mit Anwaltsmahnbriefen vorab die Chance und auch eine Frist gegeben haben freiwillig und ohne Gerichtsverhandlung den Hammer niederzulegen, womit also ein völliger persönlicher Ruin abgewandt werden kann. Das betrifft soweit bekannt nur Handpan-Hersteller und Reseller, die offiziell und guten Gewissens arbeiten und entsprechend ihre Kontaktdaten auf ihren Webseiten wiedergeben – und nicht wilde Schwarzverkäufer, die der Hang und Handpan Szene schon seit langem geschadet haben und kurzgesagt machen und erzählen, was immer sie wollen.

(2) Anzuerkennen ist umgekehrt auch, dass viele kleine Hersteller unter großem persönlichen Einsatz und ohne böswillige Intention , sondern wohl eher einfach unter anderer (ggfs.rückwirkend falscher) Tatsachenauslegung, ihre Werkstätten in bestem Gewissen aufbauten. Vermutlich aus diesem Grund hat bisher -soweit bekannt- kein Hersteller den Stimmhammer aufgrund einer Anwalts-Mahnung niedergelegt. Im Gegenteil: es gab Gegenklagen. Auch bemerkenswert: Handpan-Hersteller und Händler (das sind Leute, die noch nie einen Stimmhammer in der Hand hatten) haben sich unter verschiedenen und teilweise auch diametralen Voraussetzungen für die Sammel-Klagen vereint.

(3) Ein Patent oder Designschutz auf die aus zwei Halbschalen bestehende Linsenform mit Schalloch unten und eingestimmten Noten und zentraler Note oben, wurde damals (vor 20 Jahren) vor der Präsentation der Hang(R)  nicht angemeldet. Die später entstandene Subkultur rund um “Handpans”, die nun seit 2020 von PANArt (leider ohne Ausnahme oder weitere Differenzierung) als “Plagiate” bzw. als “industriell gefertigte Kopien” oder “Replikanten” bezeichnet werden, wiegte sich daher mehr oder weniger in Rechts-Sicherheit. D.h. viele Menschen weltweit haben sich auch mit großem persönlichen Einsatz eine eigene Existenz rund um “Handpans” (also linsenförmige Blechklangkörper mit Schalloch, aus unterschiedlichen Materialien und mit verschiedensten Bauweisen), aufgebaut. Auch das gehört imho “acknowledged”.

Der Name Hang(R) ist allerdings, wie jede/r seriöse/r Handpan Tuner weiss, eine geschützte Marke und wird leider vielerorts – in sehr großem Ausmaß- missbräuchlich verwendet.

(4) Der verhärtete Frontal-Kampf von PANArt gegen die “HCU” (Handpan Community United) geht wohl letztlich auf Kosten aller beteiligten Parteien und auch aller verängstigten HandpanherstellerInnen, die momentan weder in der HCU noch auf der Anklagebank sitzen, sowie auch leider vieler BlechklangliebhaberInnen, die sich absolut gar nicht für Juristerei und Paragrafen sondern für wohltuende und heilsame Klänge begeistert haben und die niemals auf die Idee gekommen wären, dass der “Handpan” das Thema eines geistigen Diebstahls anhaften könnte.  Diesen Schock zu verarbeiten könnte länger dauern als jede Gerichtsverhandlung und eine kaum wieder gut zumachende Rufschädigung für die streitenden Parteien ist leider bereits geschehen. Viele Menschen besitzen und schätzten früher jedenfalls beides (Hang und Handpan).

Die Fangemeinde der “Handpan” möchte die internen Konflikte in der Handpan-Szene, die jeder deutlich sehen kann, wenn er das nur möchte, bei weitem noch nicht anerkennen oder gar öffentlich debattieren. Jede der streitenden Parteien hat also nun scheinbar einen gemeinsamen großen und mächtigen Feind gefunden und wirft sich gegenseitig in einen Topf. Jeder möchte selbstverständlich David sein und niemand Goliath.

(5) Die Preisgestaltung von Handpans wurde von PANArt vielfach kritisiert (“überteuerte schlechte Handpans”, etc). Ich finde es in dem Kontext wichtig, wiederum anzuerkennen, dass jede/r HerstellerIn ein eigenes Rezept für die Bauweise und meist auch Material nutzt. Die Preisgestaltung hängt von extrem vielen Faktoren ab (und v.a. auch von der Erfahrung des Tuners). Musikgeschäfte und Reseller nehmen zudem eine sehr hohe Marge, obwohl sie normalerweise niemals die gute Beratung und das Service eines seriösen Kunsthandwerkers bieten können. Nach Abzug aller Steuern, Abgaben, Material, Verschnitt usw. bleibt einem kleinen Kunsthandwerker von einem Preis von unter 2000,- vermutlich weniger als die Hälfte übrig. Ob sich das rentiert ist abhängig davon, wie stimmsicher ein Tuner ist.

(6) Anerkennung der Handarbeit: PANArt  publiziert gern bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass die Handpan Plagiate maschinell gefertigt seien. Es gilt mMn anzuerkennen: Handpans die schön klingen sind immer in Handarbeit eines Tuners entstanden, unabhängig davon wie der das Blech für das Stimmen vorbereitet hat (z.B. mit Pneumatik, die btw laut dem Buch von Dr. Achong auch für die Steelpan verwendet wird). Nur ungestimmte Betrugs-Handpans, die wirklich nur so aussehen, aber nicht klingen, dürften tatsächlich rein maschinell gefertigt sein. Es ist soweit außerdem nach wie vor kein “Stimmroboter” bekannt geworden, der alles maschinell erledigen könnte – und wie traurig wäre das auch für all die Tuner, wenn es so wäre. Nur bei dem US Megaunternehmen “Pantheon Steel” (Gründungsmitglied der HCU) ist weithin bekannt, dass sie wirklich eine ganze Reihe sehr ausgeklügelter Maschinen benutzen- bevor dann aber wiederum auch bei Pantheon Steel letztlich mit der Hand in Handarbeit gestimmt wird.

Handpans gehören letztlich gehört und in ihrer Vielfalt differenziert betrachtet. Auch die Frage, ob ein Handpan das Urheberrecht verletzt, weil der Klang zu ähnlich ist gehört mMn von der Frage differenziert, ob ein Handpan eine zu ähnliche Form aufweist, aber möglicherweise gar nicht klingt. Die Urheber entscheiden derzeit zudem wie es scheint, ob ein bestimmtes beklagtes Handpan ein Diebstahl ist (Kopie, das Instrument klingt zu gut und sieht zu ähnlich aus wie eine Hang(R)), oder eine Verletzung im Sinne der Urheber (falsche Methoden, böse Werkzeuge wie eine Presse oder Lufthammer und schlechte Materialien -weicher Stahl- wurden benutzt) – oder beides gleichzeitig (“zu gut” aber trotzdem “zu schlecht”). Das dünne Eis auf dem somit alle Beteiligten stehen, gehört mit Verlaub, wie soll man es anders sagen?- zumindest anerkannt.

(7) Anerkennung der Kunst: Es ist nicht “Aufgabe” eines Künstlers Jobs zu schaffen, Menschen glücklich zu machen oder Geschenke zu verteilen. Oder auch sich unmissverständlich auszudrücken. Die Kunst ist funktionslos und muss in ihrer Funktionslosigkeit anerkannt werden.  Ein/e Künstler/In genießt dem Gesetz entsprechend sein/ihr Urheberrecht so wie nur sie/er alleine es für richtig haltet . Die Hang (R) will, wenn ich das richtig verstanden habe, nicht rückwirkend als technische Neuheit sondern als Kunstwerk der angewandten Kunst gelten und das Gesetz das gelten soll, ist das Urheberrecht.

Die Handpan will vermutlich(!) insofern vor Gericht nicht als Kunst sondern als technische Weiterentwicklung gesehen werden (höhere Teiltöne alla Phytagoras, mehr Noten, größerer Ton-Range, größere Exaktheit, neue Verfahren, Details, Berechnungen und Materialien). Und das, obwohl sich jeder Tuner persönlich vermutlich durchaus als Künstler sehen wird, weil die Blechstimmkunst auf Halbschalen nun mal per se nicht weniger kunstvoll ist als das Malen eines Bildes oder das Erschaffen einer Skulptur. Das dürfte aber wiederum nicht im Sinne der Urheber sein. Stichwort: Kunst gegen Kommerz. Vielleicht wird auch noch Religion gegen Wissenschaft daraus.

(8) Anerkennung des Definitionsproblems:  Ein Handpan ist ein Musikinstrument, dass sich aus der Hang(R) heraus entwickelt hat, aber sich in etlichen Details unterscheidet. Ein Hang(R) ist quasi ein von den HangbauerInnen durch kunstvolle Stimmmagie belebtes Gefäß für die Seele (sowie laut Zitaten: Spiegel und auch Droge) welches nur Hangbauer verstehen und dessen Nutzung und auch dessen Weitergabe an weitere Personen in Einvernehmen mit den Hangbauern stattfinden soll- damit es sein volles Potential im Sinne der UrheberInnen entfalten kann.  Das Hang soll laut PANArt zudem lieber ungestimmt bleiben, als von anderen Tunern als Hangbauern “unsachgemäß” nachgestimmt zu werden.

“Wenn Sie ein Handpan erwerben und spielen, sollten Sie sich aber bewusst sein, dass es sich bloss um ein Plagiat des Hang® handelt und dass Sie durch den Kauf eine Industrie unterstützen, die das Geistige Eigentum von Sabina Schärer und Felix Rohner missachtet und offensichtlich nicht in der Lage ist, selber innovativ zu sein und die Welt mit eigenständigen Gestaltungen zu bereichern.” (Quelle)

PS. Bitte kaufen Sie, gerade in dieser krisengebeutelten Zeit, egal worum es geht, möglichst bewusst und lokal ein und überlegen Sie welche Zukunft Sie unterstützen und mit aufbauen möchten.

Many Thanks to…

everyone who deepened my understanding of steelsound and the history and context of those instruments. Bringing this project – as an research and art institute- really into existence is an ongoing process.

My respectful Thanks to PANArt for their innovation of the Hang(R) and early publications, which they have shared.

My biggest thanks with greatest respect to the people who invented, brought forward and developed the steelpan music and tuning art in Trinidad and Tobago.

I like to thank really everyone who was visiting PAN LAB so far. It is a bliss to have so much international exchange and people from all directions and all kind of professions and skills coming together under the shared love for steelsound.

Thanks to the visitors, who where playing here for handpan lessons or workshops since 2017 – or also bought my creations here. You all helped minimizing the debt of the house and also bringing renovation further.

All this would have been not possible, was there no help from Markus Chvojka and Karin Gerbrich, who supported the critical times of moving into the house and taking care of more then 100 webdesign clients by my company “yourmedia”.  In this everchanging IT-world both of you have been most reliable and professional. Thanks also to all my webdesign-clients who kept trust in “yourmedia” during the big changes.

Thanks to everyone who was supporting me or told me that i am brave.

stay tuned

Birgit