Nach einer mehrmonatigen Pause zum Luft holen ist die PAN LAB Seite nun wieder online.

Was war passiert? In aller Kürze:

  • Weitgehende Schließung des Hauses wegen aktueller Corona Krise sowie Wasserrohrbruch, sowie ganz anderer Probleme
  • zunehmende Frustration wegen dem andauernden Rechtsstreit wegen der 2020 aufgeworfenen Urheberrechtfrage
  • Frust über unlautere Praktiken von einigen Handpan-Online-Shops und Resellern.
  • Meine Texte wurden geklaut, und ja- da hat es mir dann gereicht – ich will solche Idioten nicht auch noch “inspirieren”, schon gar nicht welche, die womöglich eh schon wegen Plagiat vor Gericht stehen. Ich bekam nicht mal eine Entschuldigung.
  • Zeit für Detoxing , Yoga, Stille und Meditation
  • Zeit für weiterführende Blechklangexperimente, Literaturrecherchen und die Weiter-Entwicklung neuer Formen
  • Ausformulierung eine Statements über die missbräuchliche Verwendung des Begriffes Hang(R)

Für den Fall, dass die unschönen Details des Rechtstreites in Deutschland und Schweiz irgendjemanden interessieren, wurde eine  Timeline seit 2020 über die Rechtsstreitigkeiten erstellt, die eigentlich auf handpan.at hätte erscheinen sollen (handpan.at ist seit vielen Monate  offline).

Das Liebhaberportal Handpan.at, in dem formals Handpan Events, Neuigkeiten, Kurioses, Obertoninfos, Dossiers und Musikschaffende mit ihrer Musik vorgestellt wurden, bleibt bis auf Weiteres für die breite Öffentlichkeit offline (der Vorwurf bei jeglicher Berichterstattung über den Rechtsstreit würde ohnehin lauten: zu “biased” bzw. zu weit selbst betroffen – da hat die Redaktion keine Lust darauf, denn es sollte dort nur um etwas Schönes gehen). Die Domain steht übrigens nicht zum Verkauf.

Das PAN LAB ist bis auf Weiteres wieder online, aus Selbstrespekt – und zwar soweit möglich in Anerkennung der komplexen Dramen aller Beteiligten (d.h. mit Hinschauen auf das Problem, nicht Wegschauen).

@Hinschauen:

Ich möchte und muss erneut darauf hinweisen, dass ohne die Erfindung der Hang(R) wohl auch keine Handpan- und Blechstimmkunstforschung in der Form  möglich wäre. Auch wenn ich den Sinn von PANArts Handlungen und auch den ausführlichen Erklärungen PANArts nicht immer zur Gänze verstehen kann, ist es unumstößlich, dass meine selbstgebauten Instrumente und mein Forschungsprojekt ohne deren herausragende Erfindung wohl nie entstanden wären.  Es gibt seitens PANArt keine konkret ausformulierten Angebote für zukünftige Koexistenz zwischen Hang(R) und “Handpan” und nur wenige Hinweise, welche Handlungsweisen im Sinne der Urheber jetzt noch begrüßenswert wären (außer, dass die Handpanmanufakturen schließen sollen, oder eben völlig andere Formen hervorbringen). Schwierig ist nunmal: Alle sinnformen Formen sind auf den ersten Blick mittlerweile von PANArt patentiert und niemand möchte kubische oder pyramidale Klangkörper stimmen oder hat dazu die Fähigkeit oder die teure Ausrüstung (es ist ja kein Plastilin sondern Blech). Es liegt laut PANArt in den Händen der Handpan Protagonisten Impulse zu setzen und “ihre eigene Sprache zu finden.”

Liebe Leserschaft: Es heisst sprichwörtlich “niemand will wissen, wie die Wurst gemacht wird”. Ich wüsste zwar nicht, warum jemand auf der Suche nach angenehmen Klängen auch auf die Schattenseite schauen möchte, aber falls doch, begrüße ich das Interesse sehr: hier gibt es noch mehr  “Hinschauen” und anerkennen von dem, was gerade ist: Ausformuliert unter den “Acknowledgements”. 

@Selbstrespekt:

2016-2020 entstanden im PAN LAB Vienna – und zwar ohne Bedenken, da ich mich in gutem, beinahe kollegialem bzw. zumindest neutralem Kontakt mit PANArt wähnte – Handpan Experimente, Prototypen und Serien (die Serien dokumentieren technische und kontemporäre philosophische Überlegungen)  von Handpans mit einer weiten Range von Noten und Anzahl von Tönen. Rund 50 Skalen wurden gebaut, viele davon nur einmal. Ziel war es umfassende und tiefgehende Forschung und auch die Erstellung eines umfangreichen Nachschlagewerkes für alle Menschen, die sich für Skalen interessieren. Mit keinem oder kaum Verschnitt übrigens und mit für mich übermäßiger Ausdauer und Anstrengung. Meine Leidenschaft dahingehend ist ungebrochen.  Ich habe auch eine Weile lang jedes fremde Blech gestimmt, dass mir gebracht wurde – um vielleicht eines Tages so etwas wie Meisterschaft zu erlangen und jede noch so fremde Blechklangwelt kennen zu lernen und stimmen zu können. Das ist nicht mehr so ohne Weiteres möglich – der Markt ist überflutet von Instrumenten, die ich nicht servicieren werde.

Man läuft wahrscheinlich immer Gefahr, dass man, wenn man andere mit etwas Schönem inspiriert, im Publikum auch ein paar Trolle, Idioten oder Diebe sind (ich kenne das zu gut aus der Webdesignbranche wo ich schon mehrere Male Opfer von unlauteren Praktiken war). Aber ich sage, diese Trolle sollen es einfach nicht allen anderen verderben dürfen. Wenn das Licht scheint, dann scheint es und es lässt sich nicht mehr ausknipsen.

In Kürze ist es hoffentlich soweit und wir präsentieren euch hier eine Weltpremiere:  eine neue Form mit gebührendem Abstand zum Gesamtkunstwerk Hang(R) und zu den vielen bestehenden PANArt-Patenten. Ein tieferer Bass, eine kleine Gegen-Revolution und hoffentlich eine von allen auch als respektabel anzusehende “Mittelposition” auf dem derzeitigen juristischen Schlachtfeld der Blechklänge. Die Entwicklung hat das PAN LAB kurz gesagt alles gekostet – Geld, Nerven und auch die Gesundheit der Gelenke. Ob es ein spannender Impuls für die Handpan Kultur sein wird? Wir werden sehen. Wir (das Netzwerk) haben keine Eile mit der Veröffentlichung und müssten uns vor jeglicher Präsentation ja auch erst klar werden, ob sie vielleicht doch patentiert werden soll oder ob sie quasi ein “copyleft” bekommt (also frei zugänglich wird). Wenn man eine Erfindung veröffentlicht, ohne ein Patent anzumelden, verliert man bekanntlich gewisse Rechte – und läuft Gefahr von Trollen kopiert zu werden.

 

Text verfasst am 27.2.2021, Aufhebung des Passwortschutzes der Seite war am 10.3.2021